Hallo,
mit der Shimano Inter8 und der Sturmey Archer X-RD8 sind inzwischen
mehrere Nabenschaltungen verfügbar die sich mit einer Rollenbremse
bestücken lassen oder gleich eine Trommelbremse eingebaut haben.
Mich würde interessieren wie sich beide Bremssysteme im Vergleich in der
Praxis bewähren. Von den ersten Modellen der Rollerbrake wurde starkes
Fading aufgrund zu hoher Erwärmung berichtet. Mit der BR-IM70 bietet
Shimano jetzt ein Modell an welches über eine grosse Kühlscheibe
verfügt.
Die Trommelbremse der Sturmey Archer führt die Wärme direkt über
das
Nabengehäuse ab. Hier wäre es vorstellbar dass es bei zu starker
Erhitzung zu Einflüssen auf die Schmierung/Funktion des Schaltungsteils
kommt.
Wie sieht es in Bezug auf die Bremskraft von Trommelbremse und
Rollenbremse aus? Gibt es hier nennenswerte Unterschiede?
Vielen Dank schonmal im Vorraus
Jens Herrmann
Jens Herrmann schrieb:
> Hallo,
> mit der Shimano Inter8 und der Sturmey Archer X-RD8 sind inzwischen
> mehrere Nabenschaltungen verfügbar die sich mit einer Rollenbremse
> bestücken lassen oder gleich eine Trommelbremse eingebaut haben.
> Mich würde interessieren wie sich beide Bremssysteme im Vergleich in
der
> Praxis bewähren. Von den ersten Modellen der Rollerbrake wurde
starkes
> Fading aufgrund zu hoher Erwärmung berichtet. Mit der BR-IM70 bietet
> Shimano jetzt ein Modell an welches über eine grosse Kühlscheibe
verfügt.
> Die Trommelbremse der Sturmey Archer führt die Wärme direkt
über das
> Nabengehäuse ab. Hier wäre es vorstellbar dass es bei zu starker
> Erhitzung zu Einflüssen auf die Schmierung/Funktion des
Schaltungsteils
> kommt.
> Wie sieht es in Bezug auf die Bremskraft von Trommelbremse und
> Rollenbremse aus? Gibt es hier nennenswerte Unterschiede?
Hat nicht mal Andreas Oehler die iBrake von SRAM für hinreichend gut
befunden? Das Posting find ich grad nicht.
Kristian
--
>ist das tragen eines Helmes sinnvoll
Koennt ihr noch einen Moment warten, ich hab gleich alles zusammen...
Bingoschein, Popkorn, Cola, Brecheimer, Taschentuch fuer die Traenen....
(Fred Winkler und Michael Buege in drf)
Jens Herrmann wrote:
> mit der Shimano Inter8 und der Sturmey Archer X-RD8 sind inzwischen
Über die X-RD8 wurde aber hier auch noch nichts gutes berichtet - als
Schaltung taugt sie wohl nicht viel.
--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
CD/DVD-Datenbank: http://arnowelzel.de/rwinfo/
EMail: usenet@arnowelzel.de
Sat, 03 Dec 2005 15:40:41 +0100, Jens Herrmann:
>
>Wie sieht es in Bezug auf die Bremskraft von Trommelbremse und
>Rollenbremse aus? Gibt es hier nennenswerte Unterschiede?
Fürs Hinterrad ist das alles unkritisch. Ich fahre gerade eine Inter8 in
Ausführung SG-8R25 mit Rollerbrake IM50R. Gut dosierbar, wartungsarm und
im Stadtbetrieb (auch mit 50 kg im Hänger) immer genug Reserve um das
Hinterrad zu blockieren. Kritisch wird es nur bei längeren Abfahrten mit
Dauerbremsung - da ist Fading ein Problem. Das einzige was mich nervt, ist
das Klappern der Rollerbrake auf der Vielzahnaufnahme. Ein Fahrrad hat
gefälligst geräuschlos zu funktionieren!
Hinten hab ich auch schon eine der späten Sachs Trommelbremsen gefahren.
Die Bremswirkung war passabel, aber nach längerem Stehen konnte es bei der
ersten Bremsung zu überaschendem Blockieren kommen.
Für vorne wird es anspruchsvoller. Da darf "überraschendes
Blockieren"
nicht vorkommen, andererseits will man hier ganz andere Leistungen
verheizen können als hinten. Shimanos Rutschkupplung in den Vorderradnaben
ist somit inakzeptabel, weil mit beladenem 28"-Fahrrad keine halbwegs
akzeptabele Verzögerung mehr möglich ist. Sachs Trommelbremsen waren
vorne
für 28"-Räder auch zu schlapp - in 20"-Rädern hingegen
brauchbar. Die
i-brake scheint hier das beste bzgl. Bremsleistung und Fading zu sein, was
bei Trommelbremsen zu kaufen ist.
Andreas
Ich fahre seit ca. 1,5 Jahren ein Hardo Wagner Rad von Globetrotter (26er
Diamantrahmen). Da sind Shimano Rollenbrensen dran (50er-Modelle) und eine
Inter-7 Nabenschaltung. Alles funktioniert wunderbar. Hier (um Hamburg
herum) ist es allerdings nicht sehr bergig (Deiche rauf und runter mal
ausgenommen). Einmal im Jahr kriegen die Bremsen etwas Fett. Das wars.
Bremswirkung ist auch vorn hinreichend (zumindest für das Gewicht + Rad).
Ich empfinde die Rutschkupplung in der Vorderradnabe eher als Vor- denn als
Nachteil. Die Folgen von blockierten Vorderrädern sind bekannt. Also
lieber
ggf. etwas längerer Bremsweg als infolge einer Schreckbremsung über
den
Lenker zu gehen. Ich kann mir aber vorstellen, das diese Bremsen für
Fahrten mit viel Gepäck und in den Bergen wohl nicht optimal sind. Es
kommt
eben immer auf das Fahrprofil an.
Werner
Jens Herrmann wrote:
> Hallo,
> mit der Shimano Inter8 und der Sturmey Archer X-RD8 sind inzwischen
> mehrere Nabenschaltungen verfügbar die sich mit einer Rollenbremse
> bestücken lassen oder gleich eine Trommelbremse eingebaut haben.
> Mich würde interessieren wie sich beide Bremssysteme im Vergleich in
der
> Praxis bewähren. Von den ersten Modellen der Rollerbrake wurde
starkes
> Fading aufgrund zu hoher Erwärmung berichtet. Mit der BR-IM70 bietet
> Shimano jetzt ein Modell an welches über eine grosse Kühlscheibe
verfügt.
> Die Trommelbremse der Sturmey Archer führt die Wärme direkt
über das
> Nabengehäuse ab. Hier wäre es vorstellbar dass es bei zu starker
> Erhitzung zu Einflüssen auf die Schmierung/Funktion des
Schaltungsteils
> kommt.
> Wie sieht es in Bezug auf die Bremskraft von Trommelbremse und
> Rollenbremse aus? Gibt es hier nennenswerte Unterschiede?
>
> Vielen Dank schonmal im Vorraus
> Jens Herrmann
Am Sat, 03 Dec 2005 18:07:41 +0100 schrieb Andreas Oehler:
> Für vorne wird es anspruchsvoller. Da darf "überraschendes
Blockieren"
> nicht vorkommen, andererseits will man hier ganz andere Leistungen
> verheizen können als hinten. Shimanos Rutschkupplung in den
Vorderradnaben
> ist somit inakzeptabel, weil mit beladenem 28"-Fahrrad keine halbwegs
> akzeptabele Verzögerung mehr möglich ist. Sachs Trommelbremsen
waren vorne
> für 28"-Räder auch zu schlapp
Falscher Bremshebel?
--
A || Bernd Sluka
A A u u ==##== ooo
AAAAA u u || o o Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie
A A uu || ooo Ihren Arzt, die Umwelt oder Ihre Kinder
4 Dec 2005 17:27:34 GMT, Bernd Sluka:
>Am Sat, 03 Dec 2005 18:07:41 +0100 schrieb Andreas Oehler:
>> Für vorne wird es anspruchsvoller. Da darf
"überraschendes Blockieren"
>> nicht vorkommen, andererseits will man hier ganz andere Leistungen
>> verheizen können als hinten. Shimanos Rutschkupplung in den
Vorderradnaben
>> ist somit inakzeptabel, weil mit beladenem 28"-Fahrrad keine
halbwegs
>> akzeptabele Verzögerung mehr möglich ist. Sachs
Trommelbremsen waren vorne
>> für 28"-Räder auch zu schlapp
>
>Falscher Bremshebel?
Sicher nicht. Du brauchst halt einiges an Zug-Weg *und* ordentlich Kraft
um hohe Verzögerungen (sprich: Hinterrad anheben bei 80 kg auf Sattel und
Gepäckträger). Ich habe damals vorhandene Hebel schon in Richtung
"mehr
Weg" und "ergonomischer" gebogen, so daß ich sie mit
meinen relativ großen
Hängen noch gut grifen konnte und viel Weg habe. Höhere
Übersetzung hätte
nur dazu geführt, daß sie stets leicht geschliffen hätten oder
der nötige
Zug-Weg für die maximale Bremskraft nicht erreicht worden wäre. IMHO
verzögern die Dinger einfach nicht "giftig" genug und die langen
Züge
zusammen mit elastischen Blechhebeln verschenken viel Kraft/Weg. Man
brauchte Hebel mit angepaßt nichtlinearem Seileinzug. Die i-brake scheint
mir etwas "giftiger" zuzupacken und etwas steifere Mechanik
aufzuweisen.
Einen direkten Seite-an-Seite Vergleich habe ich ehrlich gesagt aber nicht
gemacht.
Andreas
Sun, 04 Dec 2005 19:35:31 +0100, Werner Luehmann:
>Ich fahre seit ca. 1,5 Jahren ein Hardo Wagner Rad von Globetrotter (26er
>Diamantrahmen). Da sind Shimano Rollenbrensen dran (50er-Modelle) und eine
>Inter-7 Nabenschaltung. Alles funktioniert wunderbar. Hier (um Hamburg
>herum) ist es allerdings nicht sehr bergig (Deiche rauf und runter mal
>ausgenommen). Einmal im Jahr kriegen die Bremsen etwas Fett. Das wars.
>Bremswirkung ist auch vorn hinreichend (zumindest für das Gewicht +
Rad).
Verrätst Du, wie schwer Du bist? Schaffst Du es bei maximaler
Betätigung
der vorderen Bremse, das Hinterrad zum Abheben zu bringen, wenn Du auf dem
Sattel sitzen bleibst?
>Ich empfinde die Rutschkupplung in der Vorderradnabe eher als Vor- denn als
>Nachteil. Die Folgen von blockierten Vorderrädern sind bekannt.
Blockierende Vorderräder gibt es selten - eigentlich nur auf rutschigem
Untergrund wie Eis oder Matsch. Da hilft die Rutschkupplung kaum - eher
das Gegenteil, da man gewohnt ist sich auf sie zu verlassen. Was Du meinst
ist das hier als "Penninger" bekannte unkontrolliert starke Bremsen
mit
"über den Lenker gehen", was meist daran liegt, daß der
(im Bremsen
unerfahrene) Radfahrer sich nicht richtig am Lenker abgestützt hatte und
mit dem Körper beim Bremsen nach vorne gerutscht ist.
> Also lieber
>ggf. etwas längerer Bremsweg als infolge einer Schreckbremsung
über den
>Lenker zu gehen.
Das kann es nicht sein. Sinnvoller sollte das Üben von kontrolliert
starkem Bremsen sein. Das ist keine Zauberei und auch für Nicht-Sportler
machbar. Einfach immer mal wieder bewußt aus mäßigem Tempo
kräftig vorne
abbremsen und gut am Lenker abstützen, bis das Hinterrad abhebt.
Möglichst
dabei noch mit dem Hintern auf dem Sattelnach hinten rutschen. Das ist
dann das Maximum an möglicher Verzögerung.
>Ich kann mir aber vorstellen, das diese Bremsen für
>Fahrten mit viel Gepäck und in den Bergen wohl nicht optimal sind. Es
kommt
>eben immer auf das Fahrprofil an.
Das sind zwei Einschränkungen:
1. Limitierte Bremsverzögerung durch die Rutschkupplung in der
Vorderradnabe, was nur Leuten bis 60 kg auf 28"-Uprights maximale
Bremsverzögerung ermöglicht. Wirksame Notbremsungen müssen aber
auch für
80kg-Menschen mit Gepäck im Flachland möglich sein.
2. Fading bei Dauerbremsungen ist hingegen eher ein Problem in hügeliger
bis bergiger Umgebung. Aber auch hier ist das Problem eher für Leute
>60
kg und mit Gepäck releavant.
Andreas