Habe mir gerade die aktuelle "Tour" gekauft. Dabei ist ein
Trainingsplaner. Normalerweise interessiert mich so etwas nicht, da das
Wetter einem kontinuierlichen Training meistens einen Strich durch die
Rechnung macht. Aber dieses Jahr möchte ich wenigstens an den trockenen
Tagen mit etwas mehr "Köpfchen" trainieren - also habe ich mir
den
Planer mal angesehen.
Erstaunt war ich über die relativ geringe Zeitdauer der meisten
Trainingseinheiten. Ich selbst zähle mich zu den Hobby-Fahreren und hier
ist in den ersten Wochen keine Ausfahrt mit länger als 2h dabei, viele
dagegen mit nur 1 bis 1,5h. Bisher glaubte ich immer, daß Touren unter
2h für das Training kaum etwas bringen würden, da die
Glykogen-Speicher
im Muskel nach ca. 1h verbraucht sind und erst danach der eigentliche
Fett-/Kohlenhydrat-Stoffwechsel trainiert wird.
Was also habt ihr für Erfahrungen mit solchen kurzen Trainingseinheiten
gemacht? Habe mir in der Vergangenheit mit zu langen Touren (>3h) durch
eine zu große Erschöpfung einen Trainingsfortschritt verhindert?
Andreas
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Am 03 Feb 2004 schrieb Andreas Hollmann in de.rec.fahrrad:
> Erstaunt war ich über die relativ geringe Zeitdauer der meisten
> Trainingseinheiten. Ich selbst zähle mich zu den Hobby-Fahreren und
> hier ist in den ersten Wochen keine Ausfahrt mit länger als 2h dabei,
> viele dagegen mit nur 1 bis 1,5h.
Ich denke, die Planer gehen davon aus, dass die Mehrheit im Winter
entweder nicht oder nur - wenig - auf der Rolle fährt. Da muss man
behutsam anfangen, zumal bei Minus-Temperaturen eine Fahrt über 2
Stunden auch nicht so der Hit ist...
Wenn man bedenkt, dass man trotzdem bei konsequenter Umsetzung des
Planes auf 6000 oder 12000 km im Jahr kommt - keine Alltags, sondern
reine Freizeitfahrten - dann ist das schon recht beachtlich.
> Bisher glaubte ich immer, daß Touren unter
> 2h für das Training kaum etwas bringen würden, da die
> Glykogen-Speicher im Muskel nach ca. 1h verbraucht sind und erst
> danach der eigentliche Fett-/Kohlenhydrat-Stoffwechsel trainiert wird.
Soviel ich verstanden habe gehen die Planer von zwei Zeit-Budgets aus
(220 bzw. 330 Stunden) und versuchen innerhalb dieses Zeitrahmens eine
optimale Heranführung an die höchste individuelle
Leistungsfähigkeit.
Wenn dein Ziel der Radmarathon ist, dann gibt es dafür ja wieder einen
40-tägigen Übergangsplan wo die Traingseinheiten auf bis zu 3,5 Std.
anwachsen. (Vom Traininslager-Plan, wo die Einheiten bis 6,5 Std. gehen
mal ganz abgesehen.)
> [...] Habe ich in der Vergangenheit mit zu langen Touren (>3h) durch
> eine zu große Erschöpfung einen Trainingsfortschritt
verhindert?
Wenn du danach keine Ruhetage eingelegt hast, würde ich sagen
"ja".
Soweit ich informiert bin, erreichst du ab einem gewissen
Trainingszustand durch eine Verlängerung der Trainingszeit keinen
Leistungszuwachs mehr. Da muss dann variiert werden z.B. Intervalle,
Bergfahrten... Das wird auch im Tour-Plan entsprechend berücksichtigt.
Ich denke du musst dich entscheiden: Leistungs-Optimum oder
Spaß-Optimum. (Wenn du nicht gerade zu denen gehörst, wo der
Spaß erst
mit der optimalen Leistung kommt.)
Norbert
P.S. Ich bin sportlich weniger ambitioniert. Außer meinen
Alltagskilometern fahre ich trotzdem gerne auch lange Touren, weil es
mir einfach Spaß macht. Und als Freizeitfahrer sollte IMHO das
"sich-wohl-fühlen" ausschlaggebend sein und nicht der
Trainingseffekt.