Wenn die Bonner Polizei in einer Pressemitteilung in bewährter Manier
einen Radfahrer vorverurteilt*) und die örtliche Presse in ebenfalls
bekannter Manier diese Pressemitteilung wortgleich bzw. trivial
umformuliert abdruckt, incl. der Vorverurteilung
<http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/7304/1124213/polizei
bonn/>
dann ist Mißtrauen angebracht.
Ich fahre an der Stelle, wie bereits erwähnt, regelmäßig auf
meinem Weg
zur Arbeit vorbei, wenn ich mit dem Rad fahre, und habe die Probleme der
dortigen Verkehrsführung daher fast täglich vor Augen. Erster
Eindruck:
hier riecht wieder etwas ziemlich fischig.
Um mir aber - in ebenfalls bewährter Manier - ein aktuelles Bild von der
dortigen Situation zu machen, bin ich am Samstag mit der Kamera
bewaffnet hingelaufen und habe ein paar weitere Fotos gemacht. Bevor ich
die aber sortiere, hochlade und hier diskutiere, möchte ich in die Runde
fragen, ob andere, ob ortskundig oder nicht, schon aufgrund der
Pressemitteilung (und evtl. den bisherigen Diskussionen über die
Örtlichkeit) erkennen können, daß und warum diese
Pressemitteilung nicht
nur ein wenig riecht, sondern förmlich stinkt. Und zwar nach
Inkompetenz, nach Rechthaberei, Bösartigkeit und dem offenbar nicht
unterdrückbaren Wunsch, die alljährliche Hatz auf die Radfahrer
dieses
Jahr schon im Januar zu eröffnen.
*)
Zwei frühere Threads
"Fahrradstreife stoppt Radkurier" oder "Neues aus dem
Ministerium fuer
Wahrheit"
<http://groups.google.de/groups?selm=en18o2d708s80kr7fe44obhk0ietm5ckkm@4ax.com>
Fahrradfahrer verursachte schweren Verkehrsunfall?
<http://groups.google.de/groups?selmćdob2lb4ubkv8q83m7tkrpqv5p19tedd6@4ax.com>
Letzteres übrigens an praktisch der selben Stelle wie der aktuelle
Vorfall. Und auch nahezu die selbe Masche, würde ich sagen.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Hm, unabh
Wolfgang Strobl wrote:
> Wenn die Bonner Polizei in einer Pressemitteilung in bewährter Manier
> einen Radfahrer vorverurteilt*) und die örtliche Presse in ebenfalls
> bekannter Manier diese Pressemitteilung wortgleich bzw. trivial
> umformuliert abdruckt, incl. der Vorverurteilung
> <http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/7304/1124213/polizei
bonn/>
> dann ist Mißtrauen angebracht.
Vollbremsung, Anhupen? Das erinnert mich stark an das, was ich letztes
Jahr in geschrieben
habe. Da hat man sich auch schwer damit getan zuzugeben, dass es eine
klassische Kombination aus Ghettomarkierungen und Ein-Bit-Binärbusfahrer
war.
Klaus
--
Rad weg! - der wahre Sinn der Radwege
http://www.radwegweg.info
FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Thomas Hirsch :
>Hm, unabhängig vom Geruch - vom Satellitenbild her sieht es so aus,
>als wäre der Belderberg (oder Belder Berg?) eine Vorfahrtstraße
-
>stimmt das?
Nein, Vorfahrtstraße ist der Bertha-von-Suttner-Platz. Eine der
interessanten Fragen ist allerdings, wer an der Einmündung
Friedrichstraße eigentlich Vorfahrt hat. Interessant aus zwei
Gründen:
weil sie nicht so ganz trivial zu beantworten ist und weil
interessantwerweise genau dieser Vorwurf (Verletzung der Vorfahrt) in
der polizeilichen Pressemitteilung nicht erhoben wird, obwohl er
eigentlich auf der Hand läge. Ich argwöhne, daß man - wie auch
schon in
den zurückliegenden Fällen dort und anderswo - bei näherer
Prüfung
Wunsch verspürte, einen Ersatzvorwurf zu konstruieren.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen
Wolfgang Strobl schrieb:
> Bevor ich
> die aber sortiere, hochlade und hier diskutiere, möchte ich in die
Runde
> fragen, ob andere, ob ortskundig oder nicht, schon aufgrund der
> Pressemitteilung (und evtl. den bisherigen Diskussionen über die
> Örtlichkeit) erkennen können, daß und warum diese
Pressemitteilung nicht
> nur ein wenig riecht, sondern förmlich stinkt.
Ohne vorher die anderen Beiträge gelesen zu haben, liegt es vielleicht
daran: "Nach den bisherigen Feststellungen bog plötzlich von rechts,
aus
der Friedrichstraße, eine noch unbekannte Radfahrerin auf den Belder
Berg ab, ohne auf den Bus zu achten. Sie fuhr dabei nicht auf den
abgezeichneten Radweg sondern geriet auf den Fahrstreifen."
Die Radfahrerin kam also von rechts, hatte also Vorfahrt.
"Abgezeichneter Radweg"? Was soll das sein? Eine Benutzungspflicht
wäre
doch wohl extra erwähnt worden. Und dann noch "abgezeichnet"?
Klingt
höchstens nach Radstreifen, und die Frau musste ausholen.
Also: der Busfahrer hat die Radfahrerin bei den Lichtverhältnissen
"übersehen" (wollen), die mittags um 13 Uhr dort herrschen, und
war so
schnell, dass er voll in die Eisen steigen musste, wodurch er seine
Fahrgäste verletzt hat.
--
Ich bin zwar synthetisch, aber nicht blöd.
(Android Bishop in Aliens)
Wolfgang Strobl schrieb:
> Wenn die Bonner Polizei in einer Pressemitteilung in bewährter Manier
> einen Radfahrer vorverurteilt*) und die örtliche Presse in ebenfalls
> bekannter Manier diese Pressemitteilung wortgleich bzw. trivial
> umformuliert abdruckt, incl. der Vorverurteilung
> <http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/7304/1124213/polizei
bonn/>
> dann ist Mißtrauen angebracht.
Ist es hier sinnvoll, von "Unfallflucht" zu sprechen:
"...Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen wegen des Verdachts
der Unfallflucht aufgenommen..."
Die Radfahrerin kann doch aus ihrer Sicht gar keinen Unfall wahrgenommen
haben. Wird sich also bestenfalls gedacht haben "huch, habe den Bus
nicht bemerkt" und dann weitergefahrn sein, da ja aus ihrer Sicht
offensichtlich nix passiert war.
--
> Eigentlich sollte Brain 1.0 laufen.
gut, dann werde ich mir das morgen mal besorgen...
(...Dialog aus m.p.d.g.w.a.)
Wolfgang Strobl wrote:
> [...] Bevor ich
> die aber sortiere, hochlade und hier diskutiere, möchte ich in die
Runde
> fragen, ob andere, ob ortskundig oder nicht, schon aufgrund der
> Pressemitteilung (und evtl. den bisherigen Diskussionen über die
> Örtlichkeit) erkennen können, daß und warum diese
Pressemitteilung nicht
> nur ein wenig riecht, sondern förmlich stinkt. Und zwar nach
> Inkompetenz, nach Rechthaberei, Bösartigkeit und dem offenbar nicht
> unterdrückbaren Wunsch, die alljährliche Hatz auf die Radfahrer
dieses
> Jahr schon im Januar zu eröffnen.
Inkompetenz sicher. Wenn in einer Meldung der örtlichen Polizei schon
der Straßenname (Belder Berg statt richtig: Belderberg) falsch
geschrieben ist, wirkt das nicht kompetent. Aber mit der Sprache hat der
Verfasser ohnehin seine Probleme, sondern würde er nicht
"trotzdem"
schreiben, wo es "obwohl" heißen müßte. Aber das nur
nebenbei.
Zum Hergang wäre es interessant zu wissen, ob der Bus vom
B.-v.-Suttner-Platz aus eingebogen ist oder vom Finanzamt her
angerauscht kam. Wenn er abgebogen ist, kann er auf den paar Metern kaum
soviel Tempo draufgehabt haben, daß ihn bei vorausschauender Fahrweise
die einbiegende Radfahrerin zu hektischen Manövern hätte zwingen
können.
Wenn er dagegen von Norden kam, kann er schon (ggf. zu) schnell gewesen
sein, hat aber dann einen recht guten Blick auf die Einmündung
Friedrichstraße.
Ansonsten (ich bin da seit mehr als 10 Jahren nicht mehr gefahren) habe
ich seinerzeit an dieser Stelle keine Fahrradfahrer beobachtet, die
nicht unter sorgfältiger Beachtung des Querverkehrs aus der
Friedrichstraße kamen. Es war bekannt, daß gerade die Linienbusse
dort
(ebenso wie in der Rathausgasse) wie blöde vorbeidonnerten und keinen
Unterschied zwischen Freund und Feind machten. Einmal unterstellt, daß
die Frau nicht in Suizidabsicht handelte, wirkt das ihr von der Polizei
unterstellte Verhalten deshalb unplausibel.
Außerdem, ohne jemandem unbekannterweise zu nahe treten zu wollen, will
die "Täterinnen"beschreibung (40-50 J, korpulent, im Mantel)
nicht auf
jemanden passen, der angeblich im Kurierstil um die Ecken räubert und
sich dann schneller davonmacht, als die Polizei hinterherfahnden kann.
Gruß, Hans
tonne0704@radwegweg.info (Klaus Mueller):
>Wolfgang Strobl wrote:
>
>> Wenn die Bonner Polizei in einer Pressemitteilung in bewährter
Manier
>> einen Radfahrer vorverurteilt*) und die örtliche Presse in
ebenfalls
>> bekannter Manier diese Pressemitteilung wortgleich bzw. trivial
>> umformuliert abdruckt, incl. der Vorverurteilung
>> <http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/7304/1124213/polizei
bonn/>
>> dann ist Mißtrauen angebracht.
>
>Vollbremsung, Anhupen? Das erinnert mich stark an das, was ich letztes
>Jahr in geschrieben
>habe.
Ja, das hat gewisse Ähnlichkeiten.
|Da hat man sich auch schwer damit getan zuzugeben, dass es eine
>klassische Kombination aus Ghettomarkierungen und
Ein-Bit-Binärbusfahrer
>war.
Bei der Gelegenheit: das letzte Mal, als mich am Belderberg ein
Busfahrer angehupt hat (mutmaßlich, weil ich, um nicht in die an der
Haltestelle sich am Bordstein drängelnden Fußgänger
hineinzufahren, den
an der fraglichen Stelle nicht mal existierenden und ohnehin nicht
benutzungspflichtigen sog. "Schutzstreifen" nicht benutzt hatte), bin
ich zum Fahrerfenster vorgefahren, um mich nach den Gründen zu
erkundigen. Allerdings erfolglos, da der Fahrer kommentarlos zufuhr,
obwohl er mich gesehen hatte. Das Spielchen wiederholte sich dann auch
noch einmal in der Rathausgasse und am Kaiserplatz.
Am Sonntag ist mir aufgefallen, daß die Kreuzung nach dem Umbau (der
angrenzende Platz ist komplett neu gestaltet worden) erheblich
gefährlicher geworden ist, da aufgrund der grosszügigeren
Kurvenverrundung jetzt beim Abbiegen regelrecht gerast wird. Die so neu
erzeugten Konflikte bei den an dieser Stelle häufig nötigen
Spurwechseln
spielen sich überwiegend innerhalb der Autofahrer ab, Radfahrer sind da
höchstens indirekt betroffen. Jedoch erscheint es vollends absurd, wenn
man an so einer Stelle, an der mit einer gewissen Regelmäßigkeit
gehupt
wird, einen Radfahrer zum "Unfallflüchtigen" machen können
soll, einfach
indem man ihn anhupt.
Umgekehrt hat in den wenigen Fällen, in denen ich jemanden mit der AZ
angehupt hatte, in keinem einzigen Fall der Fahrer des Vorrang oder
Vorfahrt verletzenden Fahrzeugs angehalten, um sich zu erkundigen, ob
ich bei der erzwungenen Vollbremsung verletzt worden sei. Sollte die
These, das Hupen mache einen Unbeteiligten automatisch zum
Unfallflüchtigen, sofern es zu einem Unfall kam, so zutreffen, würde
ich
meine zur Zeit demontierte AZ umgehend wieder montieren und auch
erheblich häufiger Gebrauch davon machen. Denn häufig merkt man erst
nach dem Adrenalinabbau, daß man sich aufgrund eines solchen Vorfalls
verletzt hat. Pedalbedingte Verletzungen der Knöchel sind in solchen
Fällen nicht gerade selten.
--
Wir danken für die Beachtung aller Sicherheitsbestimmungen