...jetzt schreibts auch stern.de ;-)
http://www.stern.de/sport-motor/autoservice/607143.html
Am besten gefällt mir: "Aus dem vor allem im Freizeitbereich
genutzten
Fortbewegungsmittel wird sich also in den kommenden Jahren ein
vollwertiges Fahrzeug für den Individualverkehr entwickeln."
Ist es ja eigentlich schon, doch vielleicht wird es das nun auch in den
Köpfen der Menschen und der Verantwortlichen, wenn man den
"Trendforschern" glauben darf. Aber wie festgefahren Meinungen und
wie
bockig Menschen sein können, lernt man ja täglich in dieser
Newsgroup.
Das Kommentieren der Stern-Artikels überlasse ich mal den dazu
Berufenen. ;-)
Viele Grüße,
Andreas
Andreas Rosendahl schrieb:
> ...jetzt schreibts auch stern.de ;-)
>
> http://www.stern.de/sport-motor/autoservice/607143.html
>
> Am besten gefällt mir: "Aus dem vor allem im Freizeitbereich
genutzten
> Fortbewegungsmittel wird sich also in den kommenden Jahren ein
> vollwertiges Fahrzeug für den Individualverkehr entwickeln."
In der einleitung war es noch als "Freizeit und Kindergefährt"
tituliert.
Andreas Rosendahl schrieb:
> ...jetzt schreibts auch stern.de ;-)
>
> http://www.stern.de/sport-motor/autoservice/607143.html
>
> Am besten gefällt mir: "Aus dem vor allem im Freizeitbereich
genutzten
> Fortbewegungsmittel wird sich also in den kommenden Jahren ein
> vollwertiges Fahrzeug für den Individualverkehr entwickeln."
Man sieht einen Rucksacktragenden mit einem Fahrrad ohne
Gepäckträger.
Immerhin scheint es dynamogespeiste Beleuchtung und eine Nabenschaltung zu
haben.
Ich habe die Diplomarbeit "Das Paradoxie-Phänomen der
Mobilitätskrise" von
Christian Wagner von 1996. Darin schrieb er:
| 1.4 Alternativen zum heutigen Verkehr
|
| Bei der Diskussion der Alternativen zum heutigen Verkehr wird häufig
| unreflektiert die gegenwärtige Verkehrssituation mit den aktuellen
| Verkehrsanteilen der jeweiligen Verkehrsmittel (Modal-Split) zugrunde
| gelegt, so daß eine veränderte Verkehrsmittelwahl als
unrealistisch
| erscheint. Es darf deshalb nicht vergessen werden, daß auch andere
| Verkehrsmittel als das Auto die sozial- und raumintegrative Funktion
| mitübernehmen könnten, wenn die notwendigen verkehrspolitischen
| Voraussetzungen geschaffen würden. Alternativen zum gegenwärtig
stark
| autolastigen Verkehr können nur dann wirksam entwickelt werden, wenn die
| ökologischen und ökonomischen Kritikpunkte politische Beachtung
finden und
| sich in der entsprechenden Rahmengesetzgebung niederschlagen. Darüber
| hinaus ist es notwendig, die Entstehung unnötiger Verkehrsleistung durch
| kompakte Flächennutzung mit Funktionsmischung (z.B. Wohnen und Arbeit)
von
| vornherein zu vermeiden, um so den sozialen Kritikpunkten zu entsprechen.
| [...]
|
| 3. Zusammenfassung und Schluß
|
| Die ständig steigenden Zulassungszahlen und Verkehrsleistungen des
| motorisierten Individualverkehrs erfordern dringend einen regulierenden
| verkehrspolitischen Eingriff. Eine unmittelbare Notwendigkeit zum Handeln
| besteht vor allem durch die drohende Klimakatastrophe und den
| unweigerlichen Verlust unserer Lebensgrundlage. Doch die Verkehrsbelastung
| wirkt sich auch in anderen Bereichen des Lebens so negativ aus, daß
auch
| deshalb ein entschiedenes Gegensteuern in Form einer ökologischen und
| sozialverträglichen Verkehrswende gerechtfertigt ist. Charakteristisch
für
| die Verkehrsproblematik ist aber gerade das *Paradoxie-Phänomen* *der*
| *Mobilitätskrise*, welches in einer faktischen Handlungsblockade der
| verantwortlichen Akteure trotz des dringenden Handlungsbedarfs zum
| Ausdruck kommt. [...]
|
| Die Straßenbewohner der Städte und Gemeinden haben besonders unter
der
| *Illusion* *automobiler* *Allgegenwärtigkeit* zu leiden. Der *immanente*
| *Nah/Fern-Widerspruch* einer *autogebundenen* *Eigenheimkultur* bedeutet
| zugleich auch eine *intendierte* *Stadtfeindlichkeit* durch die zunehmende
| Distanzierung der alltäglichen Lebensbereiche und dich die
| *zweckrationale* *Funktionalisierung* *der* *Städte*. Die *Rettung*
*der*
| *Städte* hängt daher ganz entscheidend von der *Entmachtung* *des*
| *Autoverkehrs* ab. Die durch extremen Problemdruck motivierte
| *kommunalpolitische* *Selbstreflektion* muß zu diesem Zweck die
*soziale*
| *Benachteiligung* *nichtmotorisierter* *Mobilität* erkennen und
| beseitigen. Die Städte sehen sich somit vor die schwierige Aufgabe
| gestellt, die Verkehrswende gegen die *geballte* *Definitionsmacht* *der*
| *Autogesellschaft* umzusetzen. Nur durch einen *Akt* *der* *sozialen*
| *Gerechtigkeit* in der Stadt- und Verkehrsplanung kann es gelingen, daß
| *nichtmotorisierte* *Mobilität* einer *städtische*
| *Selbstverständlichkeit* wird. Ein deutliches kommunalpolitisches Signal
| zugunsten *zukunftsfähiger* *Mobilität* würde darüber
hinaus auch dazu
| beitragen, den bisher gültigen autoindustriellen Konsolidierungskonsens
| durch *sozialen* *Absicherungsentzug* zu destabilisieren, was die
| Entwicklung des *zeitgemäßen* *Zukunftsautos* positiv beeinflussen
würde.
|
| Dem Fahrradverkehr kommt wegen seiner unbestreitbaren sozialökologischen
| Vorteile eine Hauptrolle bei der Lösung der städtischen
Verkehrsprobleme
| zu.Es ist bewiesen, daß die *praktische* *Alltagstechnologie* des
Fahrrads
| ideal geeignet ist, gerade die extrem belastenden Pkw-Kurzstreckenfahrten
| zu ersetzen, und es kann deshalb einem substanziellen Reduktionsbeitrag
| bezüglich der Schadstoffbelastung leisten. Um aber die Umwelt und die
| Stadt gleichermaßen durch *zukunftsfähige* *Mobilität* zu
schonen, ist es
| mit einem *formalen* *Leitbildwechsel* nicht getan. Vielmehr muß auch
hier
| mühsam gegen die *ideelle* *Überfrachtung* und *administrative*
| *Kompetenzenvielfalt* angekämpft werden. Um dem *normativen*
| *Beharrungsvermögen* der Stadt- und Verkehrsplanung mit *organisierter*
| *Durchsetzungsmacht* effektiv begegnen zu können, war eine
| *Istitutionalisierungswelle* *der* *Fahrradförderung* unvermeidlich. Der
| Erfolg des ADFC und EFC als nunmehr *definierte* *Bündnispartner* mit
| *professioneller* *Beratungsfunktion* bewirkte eine *Reinkarnation* *des*
| *Radverkehrs* und initiierte zahlreiche europäische, nationale und
| regionale Programme zur Förderung des Fahrradfahrens. Wenn aber das
| *assoziative* *Vermittlungsproblem* *des* *Fahrradthemas* zugunsten eines
| blinden Aktionismus vernachlässigt wird, dann ist das Fehlschlagrisiko
| enorm. Zur faktischen Umsetzung erfolgsversprechender
| Fahrradfördermaßnahmen auf der lokalen Ebene bedarf es eines
| *prinzipiellen* *Evaluationskonsenses* der verantwortlichen
| Entscheidungsträger, der gegen das *latente* *Manipulationsrisiko* der
| *Illusion* *der* *technischen* *Antwort* *auf* *soziale* *Probleme*
| verteidigt werden muß. Eine schnelle und wirkungsvolle Umsetzung der
| Radverkehrsförderung läßt sich nachweislich dann erreichen,
wenn die
| *politisch-administrative* *Führungsspitze* auch eine
*tatsächliche*
| *Allianz* bildet.
Andreas Rosendahl wrote:
> Am besten gefällt mir: "Aus dem vor allem im Freizeitbereich
genutzten
Entsprehend sieht es in den meisten deutschen Fahrradläden aus.
Völlig
anders hingegen das Sortiment holländischer Läden.
> Fortbewegungsmittel wird sich also in den kommenden Jahren ein
> vollwertiges Fahrzeug für den Individualverkehr entwickeln."
Na so was. Es ist noch nicht so lange her, dass es richt viele Fahrräder
gab, die als vollwertige Fahrzeuge gelten konnten. Wenn ich mir
natürlich das aktuelle Angebot ansehe, sieht es damit ziemlich dünn
aus.
--
CU Christoph Maercker.
Sach ich doch: Transport + Sport = Radfahren!
Andreas Rosendahl wrote:
> ....jetzt schreibts auch stern.de ;-)
> http://www.stern.de/sport-motor/autoservice/607143.html
Damit würde sich mit fast zwanzig Jahren Verspätung eine Vorhersage
des
Worldwatch Institute erfüllen. Eine CO2-bedingte Erwärmung wurde
sogar
über 30 Jahre vorhergesagt - und gewisse Leute leugnen den menschlichen
Einfluss heute mehr denn je.
> ... "Aus dem vor allem im Freizeitbereich genutzten ...
Entsprehend sieht es in den meisten deutschen Fahrradläden aus. Ganz im
Gegensatz zum Sortiment holländischer Läden.
> Fortbewegungsmittel wird sich also in den kommenden Jahren ein
vollwertiges Fahrzeug für den Individualverkehr entwickeln."
Na so was. Es ist noch nicht so lange her, dass es recht viele Fahrräder
gab, die als vollwertige Fahrzeuge gelten konnten. Wenn ich mir
natürlich das aktuelle Angebot ansehe, sieht es damit ziemlich dünn
aus.
--
CU Christoph Maercker.
Sach ich doch: Transport + Sport = Radfahren!
Hans Holbein schreibt:
> Andreas Rosendahl schrieb:
>> ...jetzt schreibts auch stern.de ;-)
>>
>> http://www.stern.de/sport-motor/autoservice/607143.html
>>
>> Am besten gefällt mir: "Aus dem vor allem im Freizeitbereich
genutzten
>> Fortbewegungsmittel wird sich also in den kommenden Jahren ein
>> vollwertiges Fahrzeug für den Individualverkehr entwickeln."
>
> In der einleitung war es noch als "Freizeit und
Kindergefährt" tituliert.
Zum seriösen Händler gehen und ein bauchbares Alltagsfahrrad kaufen
dauert einen Nachmittag. Gut, mit aussuchen und vergleichen vielleicht
eine Woche.
Der Rest der kommenden Jahre wird man darauf verwenden müssen,
Leuten wie z.B. Trendforschern oder Zeitungsreportern klarzumachen,
dass man Fahrräder zur alltäglichen Nutzung im Individuakverkehr
schon
längst kaufen kann, oder vielmehr schon immer kaufen konnte.
N.
--
Gelsenkirchen, Bochum, Hattingen, Velbert, Heiligenhaus, Ratingen, Mülheim
an
der Ruhr, Oberhausen, Bottrop und Gladbeck.
( und ff.)
Am Tue, 08 Jan 2008 16:39:02 +0000 schrieb Max Sievers:
> Ich habe die Diplomarbeit "Das Paradoxie-Phänomen der
Mobilitätskrise"
> von Christian Wagner von 1996. Darin schrieb er:
Wo runterzuladen? URL? per email?
ervin
Andreas Rosendahl schrieb:
> ...jetzt schreibts auch stern.de ;-)
>
> http://www.stern.de/sport-motor/autoservice/607143.html
>
> Am besten gefällt mir: "Aus dem vor allem im Freizeitbereich
genutzten
> Fortbewegungsmittel wird sich also in den kommenden Jahren ein
> vollwertiges Fahrzeug für den Individualverkehr entwickeln."
Hier geht der Trend in die andere Richtung: Asphaltierte Radrouten
durchs Grüne werden abgebaut und die Radfahrer statt dessen zu
Trampelpfaden über Hundeplätzen verwiesen. Und die Ampel, die so
Programmiert sind das sie für die Dauer des Berufsverkehrs kein
Fahrradgrün mehr zeigen gibt es auch schon.