Hallo,
gleich zu Anfang möchte ich anmerken: Es ist nicht meine Absicht, hier zu
trollen oder diese Gruppe sonstwie hochzunehmen. Hab nur eine Frage.
Als Mitarbeiter einer Gebäudeverwaltung darf ich zeitweise bei der
Entrümpelung irgendwelcher Kellerräume, Wohnungen etc dabeisein. Bei
einer
solchen kam mir vor einiger Zeit ein Fahrrradhelm in die Hände, der auf
den
Sperrmüll sollte. Zustand gebraucht, ohne erkennbare Schäden,
Brüche etc.
Typ und Hersteller leider unbekannt. Material: aus irgendeinem(?) Kunststoff
gefertigt, also weder Styropor noch Pappe .... ;)
Neben mir im Keller eine Betonsäule, an diesen hab ich den Helm mit der
Oberseite ziemlich kräftig hingehauen. Mehrmals.
Die Betonsäule hats überlebt. Der Helm allerdings auch. Ohne
erkennbare
Schäden, ausser paar Kratzern.
Ich stelle mir nun vor dass unter dem Helm ein Schädel steckt, der bei
einem
Sturz mit dem Bordstein Bekanntschaft macht. Oder mit einer Mauer. Oder der
fFlge eines Autos. Oder ...(was "hartes" eben)
Selbst wenn der Helm beim Aufprall bricht, hat er Energie absorbiert, um
schwerere Verletzungen zu vermeiden, die ohne Helm möglicherweise
tödlich
wären.
Nur diese eine Frage von mir an Euch, (allein aus persönlichem Interesse):
Warum wehrt sich der Grossteil von Euch gegen eine Helmpflicht?
Dass der Helm nichts hilft wenn die "Dose" über Arm oder Bein
fährt oder man
mit dem Kinn über den Asphalt schrammt ist klar, DAS stelle ich hier auch
nicht zur Diskussion.
Gruß
Eduard
Eduard Reiter schrieb:
> Nur diese eine Frage von mir an Euch, (allein aus persönlichem
Interesse):
> Warum wehrt sich der Grossteil von Euch gegen eine Helmpflicht?
Ob ein Helm nun schützt oder nicht, ist doch erstmal für die Frage
nach der
Nutzungspflicht egal. Eine Helmpflicht würde mich ziemlich nerven, weil
ich
dann immer dieses Styopording mit mir rumschlörren müsste, auch wenn
ich
nur mal eben 2km in die Stadt gefahren bin.
Tobi
Eduard Reiter (Mon, 10 Dec 2007 16:48:49 +0100):
> Nur diese eine Frage von mir an Euch, (allein aus persönlichem
Interesse):
> Warum wehrt sich der Grossteil von Euch gegen eine Helmpflicht?
Ein Radhelm ist kein wirksames Schutzmittel gegen die (absolut
vernachlaessigbaren) Gefahren des Radfahrens.
Eine Radhelmpflicht ist ein absolut wirksames Mittel, um Radfahren
unattraktiv zu machen und somit die individuelle Gefahr des Radfahrens
zu steigern.
Chris
--
www.huebsch-gemacht.de
Eduard Reiter (Mon, 10 Dec 2007 16:48:49 +0100):
> Neben mir im Keller eine Betonsäule, an diesen hab ich den Helm mit
der
> Oberseite ziemlich kräftig hingehauen. Mehrmals.
Tja. Der Helm ist nun "kaputt" - jedenfalls sagt sowas die Industrie,
die teilweise sogar empfiehlt, den Helm zu ersetzen, wenn er nur vom
Tisch gefallen ist.
> Die Betonsäule hats überlebt. Der Helm allerdings auch. Ohne
erkennbare
> Schäden, ausser paar Kratzern.
Auch da empfiehlt die Industrie den Helm rechtzeitig zu entsorgen, weil
man Schaeden nicht sieht. Am "besten" alle 2 Jahre - besser noch
jaehrlich - einen neuen kaufen.
> Ich stelle mir nun vor dass unter dem Helm ein Schädel steckt, der
bei einem
> Sturz mit dem Bordstein Bekanntschaft macht. Oder mit einer Mauer. Oder
der
> fFlge eines Autos. Oder ...(was "hartes" eben)
Der Schaedelknochen bricht erst bei wesentlich hoeheren Kraeften, als es
der Helm tun würde. In sofern kein Vergleich.
Man sagt, gefaehrlich fuer den Kopf sind die Gehirnerschuetterungen.
Mit vergroessertem Kopf ist die Gefahr "anzuecken" erhoeht.
Mit einem beschwertem Kopf ist die Gefahr den Kopf nicht halten zu
koennen ebenfalls erhoeht.
> Selbst wenn der Helm beim Aufprall bricht, hat er Energie absorbiert, um
> schwerere Verletzungen zu vermeiden, die ohne Helm möglicherweise
tödlich
> wären.
Man sagt, Helme werden darauf konstruiert, eben nicht zu brechen,
sondern zu verformen.
> Dass der Helm nichts hilft wenn die "Dose" über Arm oder
Bein fährt oder man
> mit dem Kinn über den Asphalt schrammt ist klar, DAS stelle ich hier
auch
> nicht zur Diskussion.
Eben die typischen Radunfaelle - die meisten Radfahrer fallen nun einmal
nicht Kopfsprung-Like auf die Schaedeloberseite. (Mal vom Hrn. Penninger
abgesehen.)
Chris
--
www.huebsch-gemacht.de
On 10 Dez., 16:48, "Eduard Reiter" wrote:
> Hallo,
>
> gleich zu Anfang m
Eduard Reiter wrote:
> Nur diese eine Frage von mir an Euch, (allein aus persönlichem
Interesse):
> Warum wehrt sich der Grossteil von Euch gegen eine Helmpflicht?
Auto-, Dusch-, Treppen- und Betthelmpflicht jetzt!
Klaus
--
Rad weg! - der wahre Sinn der Radwege
http://www.radwegweg.info
FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Eduard Reiter wrote:
> Neben mir im Keller eine Betonsäule, an diesen hab ich den Helm mit
der
> Oberseite ziemlich kräftig hingehauen. Mehrmals.
> Die Betonsäule hats überlebt. Der Helm allerdings auch. Ohne
erkennbare
> Schäden, ausser paar Kratzern.
> Ich stelle mir nun vor dass unter dem Helm ein Schädel steckt, der
bei einem
> Sturz mit dem Bordstein Bekanntschaft macht. Oder mit einer Mauer. Oder
der
> fFlge eines Autos. Oder ...(was "hartes" eben)
> Selbst wenn der Helm beim Aufprall bricht, hat er Energie absorbiert, um
> schwerere Verletzungen zu vermeiden, die ohne Helm möglicherweise
tödlich
> wären.
Das mag sein, allerdings ist mir nur ein einziger schwerer
Fahrrad-Unfall bekannt, bei dem ein Helm vielleicht hilfreich gewesen
wäre. Im Gegensatz dazu habe ich eine lange Liste von Unfällen, die
ohne
"Radwege" so kaum passiert wären.
> Nur diese eine Frage von mir an Euch, (allein aus persönlichem
Interesse):
> Warum wehrt sich der Grossteil von Euch gegen eine Helmpflicht?
Dazu sollte Dir Google etliche fundierte Argumente liefern, aber in der
Annahme, dass Du wirklich kein Trollposting eingeworfen hast, hier
einige der wichtigsten Argument nochmal (zum wievielten?):
1. Eine Helmpflicht führt zum Rückgang der Attraktivität des
Radfahrens
und damit des Radverkehrs. Nachprüfbar in Ländern, die Helmpflicht
eingeführt haben.
2. Die Zahl der Kopfverletzungen geht nicht signifikant zurück.
Ebenfalls in diesen Ländern nachprüfbar.
3. Beim Radfahren passieren nicht mehr Unfälle mit schweren
Kopfverletzungen als bei anderen Tätigkeiten, z.B.
- Autofahren
- Arbeiten auf Leitern (Haushalt, Elektriker, Obsternte, Maler, ...)
- sonstige Hausarbeiten (Fensterputzen)
Für keine dieser Tätigkeiten werden Helme empfohlen geschweige denn
eine
Tragepflicht gefordert. Nicht mal für Skater.
4. Hindernisse, gegen die ein Radfahrer mit dem Kopf prallen könnte,
gibt es am häufigsten auf so genannten "Radwegen". Und
ausgerechnet die
werden als besonders sicher empfohlen.
5. Radhelme wiegen manche Radfahrer in einer trügerischen Sicherheit.
Sie lassen sich dadurch zu riskanterer Fahrweise verleiten.
--
CU Christoph Maercker.
RADWEGE sind TODSICHER!
Eduard Reiter wrote:
> Die Betonsäule hats überlebt. Der Helm allerdings auch. Ohne
erkennbare
> Schäden, ausser paar Kratzern.
Genau so hat die Kfz-Industrie auch mal (ist 50 Jahre oder mehr her) mit
"sicheren" Autos geworben. Die wurden den Berg runtergeschubst, haben
sich ein paar mal überschlagen und waren unten dann heile. Auch war ein
Zeichen für ein "gutes, stabiles und sicheres" Auto das man es
gegen die
Wand fahren konnte, ohne das es sich sichtbar verformt hat! (gibts tolle
Videos von).
Irgendwann hat man dann gelernt das wenn man da noch einen Menschen
reinpackt der Tot ist.. komisch oder? Das Auto war doch immer noch so
schön heile!
Dann hatte man begriffen: Damit der Mensch heile bleibt muß das Auto an
bestimmten stellen kaputt gehen um so die kinetische Energie des
Aufpralls in ein kaputtes Auto zu konvertieren: Auto Putt & Mensch
heile. Toll, oder?
Und was ist mit dem Helm? Helm wie ein Bekloppter gegen die Wand
geschlagen: Helm heile und ggf. Wand (Putz) Kaputt? Was stimmt nicht mit
diesem Bild?
Gruß,
Hans