Hallo,
im Fr
Am 29.08.2007 21:48 schrieb Daniel Roedding:
> [...] Deswegen hier einfach mal eine kurze Zusammenfassung von drei
> Tagen Radfahren in Paris und unmittelbarer Umgebung.
Ich war im Juli/August auch in Frankreich/Paris unterwegs und gebe mal
meinen Klecks Senf dazu
> Allgemeines Verkehrsgeschehen: chaotisch,
Für den einen Tag in Paris war ich so aufgedreht, dass ich es als toll
empfand, den Autofahrern und Motorrollerern gleich zu tun. Auf die Dauer
wäre es mir bestimmt zu stressig.
> in einigen Teilen von Paris wird die Hupe routinemäßig als
> Allheilmittel für alles eingesetzt.
Diese Ecken hab ich zum Glück nicht kennen gelernt.
> Durch Unmengen von Ampeln kein flüssiger Verkehr. Wenn man in der
> Lage ist zügiger als ca. 25 km/h zu fahren schwimmt es sich recht
> ruhig mit.
ack
> Gefährlich sind Durchschlängelmanöver von Motorradfahrer,
die sich
> auch noch bei knapp nem Meter Abstand zwischen Radfahrer und Auto
> durchschieben.
*hust* Da hab ich selbst immer mitgemacht.:)
> Denn auch Taxen machen bisweilen recht wüste Manöver,
kann ich zum Glück nicht bestätigen
> Busse hingegen fahren offenbar eher defensiv.
das schon
> Radverkehrsführung: auf einer ganzen Reihe von Straßen auf
separaten
> Busspuren, meist auch für Taxen freigegeben. Für jemanden, der
> ständig alles vor, neben unter hinter sich im Blick hat wunderbarst
> zu fahren.
Ja, die fand ich auch sehr schön. Ich musste allerdings erst ein Auge
dafür bekommen. Zum Glück störte sich niemand daran, dass ich
eine Zeit
lang - sehr bedächtig - auf dem Fußweg fuhr (einen gut gekleideten
Monsieur mit hochgezogener Augenbraue ausgenommen).
Was ich noch gut fand: an allen Ampeln war zusätzlich zu den normalen
Leuchten in ca 1,50m Höhe für alle niedrig gestellten
Verkehrsteilnehmer
eine kleine Miniampel angebracht - keine Genickstarre mehr :) In den
Niederlanden waren die Ampeln auch so aufgebaut, in Belgien kann ich
mich nicht entsinnen, so etwas gesehen zu haben. Evtl kommt aber beim
Sortieren der Fotos etwas anderes heraus.
> Für langsamere/unsicherere Radfahrer möglicherweise die
Hölle.
>
> Da auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen pro Richtung gern rechts
mal
> Lieferwagen etc. in zweiter Reihe halten/parken muß man sich
öfter
> mal auf die linke Spur einfädeln. Funktioniert mit den Franzosen
> wunderprächtig.
ack
> An den Hauptverkehrsachsen meist durch kleine Betonbaukasten-
> "Minimäuerchen" in Höhe von vielleicht 30 cm zur
Abstrennung
> aufgestellt. Der Radweg ist dann quasi ein baulich mit böser
> Stolperfalle abgegrenzter Teil der Fahrbahn, Belag entsprechend
> Asphalt.
Habe auch eine auf solche Art getrennte Bus/Taxi-Spur gesehen, die
Abtrennung bestand aber aus ca 10cm hohen abgerundeten
"Straßenmarkierungsstreifen" - großen halbierten
Würsten ähnlich, man
kommt sich dort recht geschützt vor ^^
> Hochbord-Radwege habe ich insgesamt nur extrem vereinzelt gesehen.
> Die Radwege waren teils nutzbar, teils ließ man es besser bleiben
> (was im Verkehr niemand verübelt hat).
An größeren Kreuzungen ist die Radwegführung manchmal sehr
unübersichtlich, wenn man einem folgen will, kann man aber problemlos
improvisieren.
Allerdings: für Geschwindigkeiten < 20km/h empfehle ich nur die
Straße,
a) da die Radwege zum Überholen anderer Radler ungeeignet sind (der
Abstand zwischen beiden Radlern beträgt dabei geschätzte 15cm)
b) sind viele Fußgänger auf dem Radweg, von denen mindestens 50%
das
Klingeln nicht hören/ignorieren. Ich hab mir bei der Gelegenheit meine
Klingel verbogen. Allerdings machen die Leute, wenn man sie anspricht,
ohne Geschimpfe/mit einer Entschuldigung Platz (oder es lag an meinem
großen Gepäck (; )
Eine Fußgängerin lief ohne zu Schauen auf den Radweg, als ich mit
~35
km/h selbigen befuhr, mit schleudernden Reifen bremste ich so gut es
ging. Sie sprang im letzten Moment beiseite, so dass nur mein Gepäck
sie streifte. Ab da ließ ich zur Sicherheit aller Beteiligten die
Radwege rechts liegen.
mein Fazit: zum Bummeln/gemütlichen Fahren geeignet, zum schnellen
Vorankommen nicht.
Rote Fußgänger- und Radlerampeln werden sehr häufig ignoriert -
ich muss
gestehen, ich hab mich sehr schnell angepasst.
> Leihräder: [...]
zu allem vom OP ack, aber eine Frage bewegt mich: Ist in Paris
Dauerlicht an Fahrrädern vorgeschrieben oder sind nur diese Leihräder
mit Licht=immer-an gebaut? Aber ich glaube, ich habe auch
Nichtleihradfahrer mit Tagfahrlicht gesehen.
.
> Während es an der "Schnellstraße" unten an der Seine
keinen Radweg
> gibt und es völlig unproblematisch ist da mitzuschwimmen sind mir auf
> der D910/D10/N10 vereinzelt Huper untergekommen.
Ich weiß nicht, nach welchem Schema die Straßen benannt bzw
ausgebaut
sind, von den D-Straßen fuhr ich einige kleinster Ordnung durch
Dörfer,
sehr angenehm zu radeln, aber als ich der D200 im lOise-Tal folgte, hab
ich meinen Nerven zuliebe die Straße an der nächsten Abfahrt
verlassen.
Die 200 war (zumindest an dieser Stelle) wie eine Autobahn ausgebaut -
vierspurig, der Standstreifen war entsprechend großzügig, die
Schilder
Ab- bzw Auffahrten ebenfalls. Das Tempolimit lag wimre bei 100km/h, das
Tempo an sich evtl etwas darüber. Lustigerweise hatte der einzige Huper
ein "A" an der Heckscheibe.
Die D210, der ich dann folgte, war vom Verkehr her viel gemäßigter,
vom
Ausbau her eine normale Landstraße.
Die N-Straßen kann man mit guten Nerven auch befahren, allerdings gingen
mir zum einen der sehr starke Verkehr mit vielen LKW auf den Keks, zum
anderen haben mich die langen Abfahrten nicht für die ebenso langen,
sehr schön einsehbaren Steigungen entschädigen können.^^
Einen Standstreifen oder ähnliches gab es an den N-Straßen nicht.
Karten speziell für Radler hatte ich keine, meist hab ich mich an etwas
größere Straßen halten müssen. Nächstes Mal wird in
diesem Punkt etwas
besser vorgesorgt. Ob das der Grund war, dass ich keine Überlandradwege
entdeckte, weiß ich nicht. Straßenbegleitende habe ich zwischen
Maubeuge
und Paris außerorts keine gesehen - aber explizit gesucht danach habe
ich nicht. :)
> Soweit mal ein paar Eindrücke.
Schön zusammengefasst, deckt sich weitgehend mit meinen, Dankeschön
:)
Gut Radl, Thomas
Am 29.08.2007 21:48 schrieb Daniel Roedding:
> > [...] Deswegen hier einfach mal eine kurze Zusammenfassung von drei
> > Tagen Radfahren in Paris und unmittelbarer Umgebung.
Ich war im Juli/August auch in Frankreich/Paris unterwegs und gebe mal
meinen Klecks Senf dazu
> > Allgemeines Verkehrsgeschehen: chaotisch,
Für den einen Tag in Paris war ich so aufgedreht, dass ich es als toll
empfand, den Autofahrern und Motorrollerern gleich zu tun. Auf die Dauer
wäre es mir bestimmt zu stressig.
> > in einigen Teilen von Paris wird die Hupe routinemäßig als
> > Allheilmittel für alles eingesetzt.
Diese Ecken hab ich zum Glück nicht kennen gelernt.
> > Durch Unmengen von Ampeln kein flüssiger Verkehr. Wenn man in
der
> > Lage ist zügiger als ca. 25 km/h zu fahren schwimmt es sich
recht
> > ruhig mit.
ack
> > Gefährlich sind Durchschlängelmanöver von
Motorradfahrer, die sich
> > auch noch bei knapp nem Meter Abstand zwischen Radfahrer und Auto
> > durchschieben.
*hust* Da hab ich selbst immer mitgemacht.:)
> > Denn auch Taxen machen bisweilen recht wüste Manöver,
kann ich zum Glück nicht bestätigen
> > Busse hingegen fahren offenbar eher defensiv.
das schon
> > Radverkehrsführung: auf einer ganzen Reihe von Straßen auf
separaten
> > Busspuren, meist auch für Taxen freigegeben. Für jemanden,
der
> > ständig alles vor, neben unter hinter sich im Blick hat
wunderbarst
> > zu fahren.
Ja, die fand ich auch sehr schön. Ich musste allerdings erst ein Auge
dafür bekommen. Zum Glück störte sich niemand daran, dass ich
eine Zeit
lang - sehr bedächtig - auf dem Fußweg fuhr (einen gut gekleideten
Monsieur mit hochgezogener Augenbraue ausgenommen).
Was ich noch gut fand: an allen Ampeln war zusätzlich zu den normalen
Leuchten in ca 1,50m Höhe für alle niedrig gestellten
Verkehrsteilnehmer
eine kleine Miniampel angebracht - keine Genickstarre mehr :) In den
Niederlanden waren die Ampeln auch so aufgebaut, in Belgien kann ich
mich nicht entsinnen, so etwas gesehen zu haben. Evtl kommt aber beim
Sortieren der Fotos etwas anderes heraus.
> > Für langsamere/unsicherere Radfahrer möglicherweise die
Hölle.
> >
> > Da auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen pro Richtung gern
rechts mal
> > Lieferwagen etc. in zweiter Reihe halten/parken muß man sich
öfter
> > mal auf die linke Spur einfädeln. Funktioniert mit den Franzosen
> > wunderprächtig.
ack
> > An den Hauptverkehrsachsen meist durch kleine Betonbaukasten-
> > "Minimäuerchen" in Höhe von vielleicht 30 cm zur
Abstrennung
> > aufgestellt. Der Radweg ist dann quasi ein baulich mit böser
> > Stolperfalle abgegrenzter Teil der Fahrbahn, Belag entsprechend
> > Asphalt.
Habe auch eine auf solche Art getrennte Bus/Taxi-Spur gesehen, die
Abtrennung bestand aber aus ca 10cm hohen abgerundeten
"Straßenmarkierungsstreifen" - großen halbierten
Würsten ähnlich, man
kommt sich dort recht geschützt vor ^^
> > Hochbord-Radwege habe ich insgesamt nur extrem vereinzelt gesehen.
> > Die Radwege waren teils nutzbar, teils ließ man es besser
bleiben
> > (was im Verkehr niemand verübelt hat).
An größeren Kreuzungen ist die Radwegführung manchmal sehr
unübersichtlich, wenn man einem folgen will, kann man aber problemlos
improvisieren.
Allerdings: für Geschwindigkeiten von mehr als 20km/h empfehle ich nur
die Straße,
a) da die Radwege zum Überholen anderer Radler ungeeignet sind (der
Abstand zwischen beiden Radlern beträgt dabei geschätzte 15cm)
b) sind viele Fußgänger auf dem Radweg, von denen mindestens 50%
das
Klingeln nicht hören/ignorieren. Ich hab mir bei der Gelegenheit meine
Klingel verbogen. Allerdings machen die Leute, wenn man sie anspricht,
ohne Geschimpfe/mit einer Entschuldigung Platz (oder es lag an meinem
großen Gepäck (; )
Eine Fußgängerin lief ohne zu Schauen auf den Radweg, als ich mit
~35
km/h selbigen befuhr, mit schleudernden Reifen bremste ich so gut es
ging. Sie sprang im letzten Moment beiseite, so dass nur mein Gepäck
sie streifte. Ab da ließ ich zur Sicherheit aller Beteiligten die
Radwege rechts liegen.
mein Fazit: zum Bummeln/gemütlichen Fahren geeignet, zum schnellen
Vorankommen nicht.
Rote Fußgänger- und Radlerampeln werden sehr häufig ignoriert -
ich muss
gestehen, ich hab mich sehr schnell angepasst.
> > Leihräder: [...]
zu allem vom OP ack, aber eine Frage bewegt mich: Ist in Paris
Dauerlicht an Fahrrädern vorgeschrieben oder sind nur diese Leihräder
mit Licht=immer-an gebaut? Aber ich glaube, ich habe auch
Nichtleihradfahrer mit Tagfahrlicht gesehen.
.
> > Während es an der "Schnellstraße" unten an der
Seine keinen Radweg
> > gibt und es völlig unproblematisch ist da mitzuschwimmen sind
mir auf
> > der D910/D10/N10 vereinzelt Huper untergekommen.
Ich weiß nicht, nach welchem Schema die Straßen benannt bzw
ausgebaut
sind, von den D-Straßen fuhr ich einige kleinster Ordnung durch
Dörfer,
sehr angenehm zu radeln, aber als ich der D200 im lOise-Tal folgte, hab
ich meinen Nerven zuliebe die Straße an der nächsten Abfahrt
verlassen.
Die 200 war (zumindest an dieser Stelle) wie eine Autobahn ausgebaut -
vierspurig, der Standstreifen war entsprechend großzügig, die
Schilder
Ab- bzw Auffahrten ebenfalls. Das Tempolimit lag wimre bei 100km/h, das
Tempo an sich evtl etwas darüber. Lustigerweise hatte der einzige Huper
ein "A" an der Heckscheibe.
Die D210, der ich dann folgte, war vom Verkehr her viel gemäßigter,
vom
Ausbau her eine normale Landstraße.
Die N-Straßen kann man mit guten Nerven auch befahren, allerdings gingen
mir zum einen der sehr starke Verkehr mit vielen LKW auf den Keks, zum
anderen haben mich die langen Abfahrten nicht für die ebenso langen,
sehr schön einsehbaren Steigungen entschädigen können.^^
Einen Standstreifen oder ähnliches gab es an den N-Straßen nicht.
Karten speziell für Radler hatte ich keine, meist hab ich mich an etwas
größere Straßen halten müssen. Nächstes Mal wird in
diesem Punkt etwas
besser vorgesorgt. Ob das der Grund war, dass ich keine Überlandradwege
entdeckte, weiß ich nicht. Straßenbegleitende habe ich zwischen
Maubeuge
und Paris außerorts keine gesehen - aber explizit gesucht danach habe
ich nicht. :)
> > Soweit mal ein paar Eindrücke.
Schön zusammengefasst, deckt sich weitgehend mit meinen, Dankeschön
:)
Gut Radl, Thomas
Am 29.08.2007 21:48 schrieb Daniel Roedding:
> [...] Deswegen hier einfach mal eine kurze Zusammenfassung von drei
> Tagen Radfahren in Paris und unmittelbarer Umgebung.
Ich war im Juli/August auch in Frankreich/Paris unterwegs und gebe mal
meinen Klecks Senf dazu
> Allgemeines Verkehrsgeschehen: chaotisch,
Für den einen Tag in Paris war ich so aufgedreht, dass ich es als toll
empfand, den Autofahrern und Motorrollerern gleich zu tun. Auf die Dauer
wäre es mir bestimmt zu stressig.
> in einigen Teilen von Paris wird die Hupe routinemäßig als
> Allheilmittel für alles eingesetzt.
Diese Ecken hab ich zum Glück nicht kennen gelernt.
> Durch Unmengen von Ampeln kein flüssiger Verkehr. Wenn man in der
> Lage ist zügiger als ca. 25 km/h zu fahren schwimmt es sich recht
> ruhig mit.
ack
> Gefährlich sind Durchschlängelmanöver von Motorradfahrer,
die sich
> auch noch bei knapp nem Meter Abstand zwischen Radfahrer und Auto
> durchschieben.
*hust* Da hab ich selbst immer mitgemacht.:)
> Denn auch Taxen machen bisweilen recht wüste Manöver,
kann ich zum Glück nicht bestätigen
> Busse hingegen fahren offenbar eher defensiv.
das schon
> Radverkehrsführung: auf einer ganzen Reihe von Straßen auf
separaten
> Busspuren, meist auch für Taxen freigegeben. Für jemanden, der
> ständig alles vor, neben unter hinter sich im Blick hat wunderbarst
> zu fahren.
Ja, die fand ich auch sehr schön. Ich musste allerdings erst ein Auge
dafür bekommen. Zum Glück störte sich niemand daran, dass ich
eine Zeit
lang - sehr bedächtig - auf dem Fußweg fuhr (einen gut gekleideten
Monsieur mit hochgezogener Augenbraue ausgenommen).
Was ich noch gut fand: an allen Ampeln war zusätzlich zu den normalen
Leuchten in ca 1,50m Höhe für alle niedrig gestellten
Verkehrsteilnehmer
eine kleine Miniampel angebracht - keine Genickstarre mehr :) In den
Niederlanden waren die Ampeln auch so aufgebaut, in Belgien kann ich
mich nicht entsinnen, so etwas gesehen zu haben. Evtl kommt aber beim
Sortieren der Fotos etwas anderes heraus.
Rote Fußgänger- und Radlerampeln werden übrigens häufig
sehr ignoriert -
ich muss gestehen, ich hab mich sehr schnell angepasst.
> Für langsamere/unsicherere Radfahrer möglicherweise die
Hölle.
>
> Da auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen pro Richtung gern rechts
mal
> Lieferwagen etc. in zweiter Reihe halten/parken muß man sich
öfter
> mal auf die linke Spur einfädeln. Funktioniert mit den Franzosen
> wunderprächtig.
ack
> An den Hauptverkehrsachsen meist durch kleine Betonbaukasten-
> "Minimäuerchen" in Höhe von vielleicht 30 cm zur
Abstrennung
> aufgestellt. Der Radweg ist dann quasi ein baulich mit böser
> Stolperfalle abgegrenzter Teil der Fahrbahn, Belag entsprechend
> Asphalt.
Habe auch eine auf solche Art getrennte Bus/Taxi-Spur gesehen, die
Abtrennung bestand aber aus ca 10cm hohen abgerundeten
"Straßenmarkierungsstreifen" - großen halbierten
Würsten ähnlich, man
kommt sich dort recht geschützt vor ^^
> Hochbord-Radwege habe ich insgesamt nur extrem vereinzelt gesehen.
> Die Radwege waren teils nutzbar, teils ließ man es besser bleiben
> (was im Verkehr niemand verübelt hat).
An größeren Kreuzungen ist die Radwegführung manchmal sehr
unübersichtlich, wenn man einem folgen will, kann man aber problemlos
improvisieren.
Allerdings: für Geschwindigkeiten von mehr als 20km/h empfehle ich nur
die Straße,
a) da die Radwege zum Überholen anderer Radler ungeeignet sind (der
Abstand zwischen beiden Radlern beträgt dabei geschätzte 15cm)
b) sind viele Fußgänger auf dem Radweg, von denen mindestens 50%
das
Klingeln nicht hören/ignorieren. Ich hab mir bei der Gelegenheit meine
Klingel verbogen. Allerdings machen die Leute, wenn man sie anspricht,
ohne Geschimpfe/mit einer Entschuldigung Platz (oder es lag an meinem
großen Gepäck (; )
Eine Fußgängerin lief ohne zu Schauen auf den Radweg, als ich mit
~35
km/h selbigen befuhr, mit schleudernden Reifen bremste ich so gut es
ging. Sie sprang im letzten Moment beiseite, so dass nur mein Gepäck
sie streifte. Ab da ließ ich zur Sicherheit aller Beteiligten die
Radwege rechts liegen.
mein Fazit: zum Bummeln/gemütlichen Fahren geeignet, zum schnellen
Vorankommen nicht.
> Leihräder: [...]
zu allem vom OP ack, aber eine Frage bewegt mich: Ist in Paris
Dauerlicht an Fahrrädern vorgeschrieben oder sind nur diese Leihräder
mit Licht=immer-an gebaut? Aber ich glaube, ich habe auch
Nichtleihradfahrer mit Tagfahrlicht gesehen.
.
> Während es an der "Schnellstraße" unten an der Seine
keinen Radweg
> gibt und es völlig unproblematisch ist da mitzuschwimmen sind mir auf
> der D910/D10/N10 vereinzelt Huper untergekommen.
Ich weiß nicht, nach welchem Schema die Straßen benannt bzw
ausgebaut
sind, von den D-Straßen fuhr ich einige kleinster Ordnung durch
Dörfer,
sehr angenehm zu radeln, aber als ich der D200 im lOise-Tal folgte, hab
ich meinen Nerven zuliebe die Straße an der nächsten Abfahrt
verlassen.
Die 200 war (zumindest an dieser Stelle) wie eine Autobahn ausgebaut -
vierspurig, der Standstreifen war entsprechend großzügig, die
Schilder
Ab- bzw Auffahrten ebenfalls. Das Tempolimit lag wimre bei 100km/h, das
Tempo an sich evtl etwas darüber. Lustigerweise hatte der einzige Huper
ein "A" an der Heckscheibe.
Die D210, der ich dann folgte, war vom Verkehr her viel gemäßigter,
vom
Ausbau her eine normale Landstraße.
Die N-Straßen kann man mit guten Nerven auch befahren, allerdings gingen
mir zum einen der sehr starke Verkehr mit vielen LKW auf den Keks, zum
anderen haben mich die langen Abfahrten nicht für die ebenso langen,
sehr schön einsehbaren Steigungen entschädigen können.^^
Einen Standstreifen oder ähnliches gab es an den N-Straßen nicht.
Karten speziell für Radler hatte ich keine, meist hab ich mich an etwas
größere Straßen halten müssen. Nächstes Mal wird in
diesem Punkt etwas
besser vorgesorgt. Ob das der Grund war, dass ich keine Überlandradwege
entdeckte, weiß ich nicht. Straßenbegleitende habe ich zwischen
Maubeuge
und Paris außerorts keine gesehen - aber explizit gesucht danach habe
ich nicht. :)
> Soweit mal ein paar Eindrücke.
Schön zusammengefasst, deckt sich weitgehend mit meinen, Dankeschön
:)
Gut Radl, Thomas
Daniel Roedding schrieb:
> Deswegen hier einfach mal eine kurze Zusammenfassung
> von drei Tagen Radfahren in Paris und unmittelbarer Umgebung.
Dann will ich mal gleich aus relativ aktuellem Anlaß den Vergleich mit
London anstellen...
> Allgemeines Verkehrsgeschehen: chaotisch, in einigen Teilen
> von Paris wird die Hupe routinemäßig als Allheilmittel für
> alles eingesetzt.
Es geht subjektiv relativ hektisch (kann auch an der großen Menge Autos
und Busse liegen) und doch geordnet zu.
Huper - speziell "gegen Radfahrer" - gibts weniger als in DE;
zumindest
ich kann mich nicht erinnern, dort mehr als einmal angehupt worden zu sein.
> Durch Unmengen von Ampeln kein flüssiger
> Verkehr.
Kommt in London auf die Straße an; Straßen mit Ampeln alle 200m
sind mir
auch untergekommen.
> Wenn man in der Lage ist zügiger als ca. 25 km/h
> zu fahren schwimmt es sich recht ruhig mit.
Ist in London ähnlich, wobei in manchen Situationen ein etwas höheres
Tempo angebracht ist.
> Denn auch Taxen machen bisweilen recht
> wüste Manöver, Busse hingegen fahren offenbar eher defensiv.
Sowohl die berühmten Londoner Taxis als auch die unzähligen
vorhandenen
roten Busse fahren einigermaßen gesittet. Wobei es für Busse ohnehin
fast unmöglich ist, einigermaßen fitte Radfahrer zu überholen:
Die Abstände zwischen je 2 Haltestellen sind meist so kurz, daß idR
der
Radfahrer irgendwann den Bus überholt und "ihm enteilt".
> Radverkehrsführung: auf einer ganzen Reihe von Straßen auf
> separaten Busspuren, meist auch für Taxen freigegeben.
> Für jemanden, der ständig alles vor, neben unter hinter sich
> im Blick hat wunderbarst zu fahren.
Ist in London ähnlich; die Art der linken(!) Spur wechselt innerhalb
eines Kilometers oft munter zwischen "für Busse und Taxis",
"für Busse",
"für Busse, Taxis und Radfahrer" bzw. gar keiner Bezeichnung.
Reine
Fahrradspuren (oder gar Hochbord-Radwege) sind IIRC eher die Ausnahme.
In der Praxis läßt sich die linke Spur - egal mit welcher Bemalung -
problemlos nutzen; es ist von Vorteil, wenn PKWs dort nicht fahren
dürfen, da man dann wesentlich schneller vorankommt.
> Für langsamere/unsicherere
> Radfahrer möglicherweise die Hölle.
Die fahren in London ganz selbstverständlich auf der Fahrbahn.
> Wo keine Radverkehrsführung existiert oder man sie aus irgendwelchen
> Gründen nicht nutzt schwimmt man halt normal im Fahrbahnverkehr mit.
Dieser Zustand scheint in London völlig normal zu sein.
Bemerkenswert fand ich die insgesamt recht hohe Anzahl Radfahrer.
Vielleicht liegt es daran, daß man sich dort kaum über
Hochbord-Hindernisbahnen quälen muß...?
> Hochbord-Radwege habe ich insgesamt nur extrem vereinzelt
> gesehen. Die Radwege waren teils nutzbar, teils ließ man es besser
> bleiben (was im Verkehr niemand verübelt hat).
Hochbord-Radwege gabs, wenn überhaupt, nur an einigen wenigen
Landstraßen (also außerhalb von London). Nichtbenutzung hat
während
unserer Anwesenheit AFAIR kaum einen gestört.
> Leihräder: Diese "Velib"-Räder sind im Verkehr
omnipräsent. Sie
> werden also offenbar gut angenommen. Alle paar Minuten sieht man
> eines, die Fahrer darauf fahren gern so ca. 20 km/h und erschienen
> mir subjektiv etwas fitter drauf zu sein als der durchschnittliche
> Torkelradler in DE.
In London sieht man v.a. einen relativ großen Anteil Rennradfahrer
(gemessen an der Anzahl aller Radfahrer), und die meisten (nicht nur die
Rennradfahrer) scheinen mir ebenfalls etwas fitter zu sein als der
beschriebene deutsche Durschnitts-Torkelradler.
> Vorstadtverkehr: in Richtung Yvelines (West/leicht Südwest) raus
> landet man fast zwangsläufig auf ein paar größeren
vierspurigen
> Pisten auf denen deutlich höhere Geschwindigkeiten gefahren werden.
Ist bei London ähnlich. Man fährt teilweise auf
autobahnähnlichen
Schnellstraßen, die Namen wie "A20" tragen und in der Karte
bzw. auf
Straßenschildern dunkelgrün markiert sind. Teilweise gibt es
Radstreifen, teilweise einen Seitenstreifen, teilweise einfach nur eine
ganz normale linke Spur. Gehupt hat keiner; wenn ich es richtig
verstanden habe dürfen Radfahrer ohnehin dort fahren.
Gewöhnungsbedürftig war allerdings das Fahren auf der falschen
Straßenseite. :-)
--
> Eigentlich sollte Brain 1.0 laufen.
gut, dann werde ich mir das morgen mal besorgen...
(...Dialog aus m.p.d.g.w.a.)
Stephan Gerlach wrote:
> Daniel Roedding schrieb:
>
>> Deswegen hier einfach mal eine kurze Zusammenfassung
>> von drei Tagen Radfahren in Paris und unmittelbarer Umgebung.
>
> Dann will ich mal gleich aus relativ aktuellem AnlaÃź den
Vergleich mit
> London anstellen...
>
>> Allgemeines Verkehrsgeschehen: chaotisch, in einigen Teilen
>> von Paris wird die Hupe routinemÃ¤Ãźig als
Allheilmittel für
>> alles eingesetzt.
>
> Es geht subjektiv relativ hektisch (kann auch an der groÃźen Menge
Autos
> und Busse liegen) und doch geordnet zu.
> Huper - speziell "gegen Radfahrer" - gibts weniger als in DE;
zumindest
> ich kann mich nicht erinnern, dort mehr als einmal angehupt worden zu
> sein.
>
Es passiert eher selten, dass man in London angehupt wird, in den 6 Jahren,
die ich dort mit dem Rad zur Arbeit gefahren bin, vllt. 10-mal. Wenn sich
in London jemand über einen Radfahrer auf der StraÃźe
aufregt, wird er
versuchen den Radfahrer von der StraÃźe zu drängen, oder
er schreit aus dem
Fenster. Das kommt relativ häufig vor, so ein- bis zweimal die
Woche.
>
>> Denn auch Taxen machen bisweilen recht
>> wüste Manöver, Busse hingegen fahren
offenbar eher defensiv.
>
> Sowohl die berühmten Londoner Taxis als auch die
unzähligen vorhandenen
> roten Busse fahren einigermaÃźen gesittet. Wobei es
für Busse ohnehin
> fast unmöglich ist, einigermaÃźen fitte Radfahrer zu
überholen:
> Die Abstände zwischen je 2 Haltestellen sind meist so kurz,
daÃź idR der
> Radfahrer irgendwann den Bus überholt und "ihm
enteilt".
>
Wo bist Du denn lang gefahren? Busse, Taxis und "White Vans" sind die
natürlichen Feide des Londoner Radfahrers. Die Beschwerdestelle
bei TfL
kannte mich schon an der Stimme...
>> Radverkehrsführung: auf einer ganzen Reihe von
StraÃźen auf
>> separaten Busspuren, meist auch für Taxen freigegeben.
>> Für jemanden, der ständig alles vor,
neben unter hinter sich
>> im Blick hat wunderbarst zu fahren.
>
> Ist in London ähnlich; die Art der linken(!) Spur wechselt
innerhalb
> eines Kilometers oft munter zwischen "für Busse und
Taxis", "für Busse",
> "für Busse, Taxis und Radfahrer" bzw. gar keiner
Bezeichnung. Reine
> Fahrradspuren (oder gar Hochbord-Radwege) sind IIRC eher die Ausnahme.
> In der Praxis lÃ¤Ãźt sich die linke Spur - egal mit
welcher Bemalung -
> problemlos nutzen; es ist von Vorteil, wenn PKWs dort nicht fahren
> dürfen, da man dann wesentlich schneller vorankommt.
>
>> Für langsamere/unsicherere
>> Radfahrer möglicherweise die Hölle.
>
> Die fahren in London ganz selbstverständlich auf der
Fahrbahn.
>
Die Gesetzeslage ist auch eine ganz Andere. Lt. Gesetz gehören
öffentliche
Strassen (Public Highways) und deren Fahrbahnen den
FuÃźgängern, Reitern,
Pferdefuhrwerken und Radfahrern. Alle anderen Fahrzeuge benötigen
eine
Lizenz um auf öffentlichen StraÃźen zu fahren.
>> Wo keine Radverkehrsführung existiert oder man sie aus
irgendwelchen
>> Gründen nicht nutzt schwimmt man halt normal im
Fahrbahnverkehr mit.
>
> Dieser Zustand scheint in London völlig normal zu sein.
> Bemerkenswert fand ich die insgesamt recht hohe Anzahl Radfahrer.
> Vielleicht liegt es daran, daÃź man sich dort kaum
über
> Hochbord-Hindernisbahnen quälen muÃź...?
>
>> Hochbord-Radwege habe ich insgesamt nur extrem vereinzelt
>> gesehen. Die Radwege waren teils nutzbar, teils lieÃź man es
besser
>> bleiben (was im Verkehr niemand verübelt hat).
>
> Hochbord-Radwege gabs, wenn überhaupt, nur an einigen
wenigen
> LandstraÃźen (also auÃźerhalb von London). Nichtbenutzung
hat während
> unserer Anwesenheit AFAIR kaum einen gestört.
>
s.o.
> Gewöhnungsbedürftig war allerdings das Fahren
auf der falschen
> StraÃźenseite. :-)
Stimmt, rechts fahren ist wirklich
gewöhnungsbedürftig ;-)
"Stephan Gerlach" schrieb:
> Huper - speziell "gegen Radfahrer" - gibts weniger als in DE;
[...]
Dieser Vergleich ist nicht unbedingt sinnvoll, denn nach meiner Beobachtung
gibt es dabei innerhalb von D erhebliche Unterschiede. Die Autofahrer hier
in Bremen verhalten sich relativ rücksichtsvoll und geduldig
gegenüber den
Radfahrern. In anderen Gegenden habe ich sie wesentlich unangenehmer erlebt.
Gundsätzlich habe ich den Eindruck, dass die Hupneigung eher abgenommen
hat.
Helmut
On 30 Aug., 00:03, Thomas P wrote:
> Was ich noch gut fand: an allen Ampeln war zus